Lernen-Nachschlagen-Bücher : Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit

Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit

EUR 16,50


Wie kommt es, dass Kinder auch der Nach-Achtundsechziger-Generation von Eltern auf der Nase herumtanzen? Dass bereits Vierjährige mit ihren Erziehern machen (und machen können), was sie wollen? Dass in unserer Gesellschaft die Respektlosigkeit der Jugend gegenüber dem Alter regiert und so viele Schulabgänger (deshalb?) nicht im Mindesten gerüstet sind fürs Leben? Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit aus der Feder des 50-jährigen Bonner Mediziners Michael Winterhoff legt den Finger nicht zuletzt an einer Stelle in die Wunde, die besonders schmerzt: Mitten ins Herz der liebenden Eltern, die doch nur eines wollen: von ihre Kindern geliebt zu werden. Und die doch genau deshalb das Gegenteil erreichen. In neun Kapiteln beleuchtet Winterhoff mit medizinischer Analyse, aber auch mit journalistischem Geschick, welche Gründe dafür sprechen, dass Mütter aufhören sollten, zwischen Super-Nanny und Verzweiflung hoffnungslos hin- und herzupendeln. Er hinterfragt gängige Vorurteile unserer Pop-Kultur („We don’t need no education“? -- „Kinder an die Macht“??), illustriert, warum die Psyche eine so große Rolle spielt, was Grundschulen und Kindergärten mit der Seele unserer Kinder anstellen, warum Eltern ihr Ich nicht mit dem des Nachwuchses verschmelzen sollten -- und wie es uns gelingen könnte, die „Beziehungsfähigkeit wieder herzustellen“. Auf diese Weise entwirft Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ein faszinierendes Panorama, das die privaten und sozialen Mängel unserer Erziehung ebenso aufzeigt wie mögliche Lösungswege. Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer. Aber die meisten ergehen sich in endlos seitenschindenden Nacherzählungen von (zumeist erfundenen) Fallgeschichten, die mit dem eigenen Leben nichts gemein haben. Warum unsere Kinder Tyrannen werden oder: Die Abschaffung der Kindheit ist da auf angenehme Art und Weise anders. Und ist gerade deshalb eine willkommene Alternative zur Sensationsgier von Super-Nanny-Formaten -- eine Alternative zudem, die Hoffnung macht. -- Isa Gerck, Literaturanzeiger.de

Klarheit über Kinder in unserer Gesellschaft - Viele, die mit Kindern befasst sind, haben heute das Gefühl, dass irgendetwas Grundsätzliches den Umgang mit den Kindern und den Erfolg der Erziehung erheblich erschwert. Einige mögen auch schon eine grobe Ahnung haben, was die Ursachen sind, Winterhoff bringt Klarheit. An einigen Stellen führt Winterhoff eine Psychologen-eigene Sprechweise ein, z. B. Nervenzelle Mensch für die Fähigkeit eines Kindes, ein Gegenüber als eigenständigen Menschen wahrzunehmen. Vielleicht wird sich von diesen Ausdrücken das eine oder andere durchsetzen, wenn Winterhoff mit weiteren Büchern Maßstäbe setzt, wie einst Rudolf Dreikurs (Kinder fordern uns heraus, Klett Cotta Verlag). Gestärkt mit der im Buch vermittelten Denkweise dürften die Eltern ihren Kindern mit mehr Selbstvertrauen entgegen treten. Ich freue mich schon auf das nächste Buch dieses Autors, wenn er seine Erkenntnisse zu konkreten Erziehungskonzepten weiter entwickelt.

Der Mann hat Recht - Die kontroversen Reaktionen auf das Buch, der Verriß von manchen Leuten, zeigen deutlich, daß der Autor genau den wunden Punkt erwischt hat! Genau die, die die Misere erzeugen, die regen sich am meisten auf.Als Mensch, der mit den Produkten dieser Erziehung jeden Tag Umgang hat, ist es sehr frustrierend zu erleben, was manche Leute der Umwelt antun, in dem sie denken, daß die Welt durch die Anwesenheit ihrer Kinder gesegnet ist...Nochmal: der Mann hat Recht! Und außerdem, wie will man Menschen Verbesserungen vorschlagen, die eh schon alles richtig machen? ,-))

Sinnvolle Lektüre für pädagogisch Interessierte - Nach den wenigen negativen Rezensionen zu diesem Buch, hier auf Amazon, habe ich mir das Buch zunächst in der Bibliothek ausgeliehen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Und - ich war erstaunt - schon nach den ersten Seiten konnte ich nicht aufhören darin zu lesen. Wer zu diesem Buch Rezensionen mit dem Titel Schwachsinn oder ähnliches verfasst, hat hierzu kein professionelles pädagogisches Verhältniss. Winterhoff zeigt eine Entwicklung auf, welche jedem reflektierenden pädagogisch tätigen Menschen nicht entgangen sein wird. Das er eine Pädagogik, zurück zum Rohrstock - wie in einer Rezension formuliert - fordert, ist ganz klar falsch. Ohne Weiteres vorweg zu nehmen: Dieses Buch ist absolut lesenswert und Menschen die sich im pädagogischen Rahmen und speziell im Rahmen der Erziehungshilfe engagieren, werden einige ihrer alltäglichen Begegnungen in diesen Ausführungen von Winterhoff wiederfinden.

Ein Rufer in der Wüste? - Ganz sicher nicht! Denn die Oasen in der Erziehungs- und Pädagogikwüste werden immer zahlreicher. Was heißt das? Dies bedeutet konkret, dass den nachdenklichen Zeitgenossen, insbesondere jenen, die mit Erziehung und Bildung beschäftigt sind, eines immer klarer ins Bewußtsein tritt: eine völlig befreite, notwendige Begrenzungen des Individuums stillschweigend ignorierende Erziehungsarbeit in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen treibt uns nicht nur in die Erziehungskatastrophe, sondern macht uns letztlich auch zukunftsunfähig. Eine Gesellschaft, so Winterhoff, die sich nicht mehr mit der Sinnfrage auseinandersetzt oder diese für überflüssig hält, kann auch den nachwachsenden Generationen kein unerlässliches Orientierungswissen mehr vermitteln. Sie projiziert allenfalls noch den Wunsch nach Sinnhaftigkeit und Erfüllung in die eigenen Kinder, welche dadurch allerdings nicht mehr als psychisch noch zu entwickelnde Wesen, sondern als fertige Menschen angesehen werden, die Erwachsenen gleichberechtigt, d.h. auf Augenhöhe, gegenübertreten können. Nach Winterhoff ein fataler Fehlschluss. Winterhoff zählt zu denjenigen, die in den letzten Jahren essentielle Winke mit dem Zaunpfahl in die Bildungs- und Erziehungslandschaft werfen. Als Arzt und Kinderpsychologe weiß er, dass Kinder ihre Persönlichkeit erst noch entwickeln müssen, indem sie ihr Verhalten von der sogenannten Erwachsenenwelt immer wieder bespiegelt bekommen in der wichtigen Zielsetzung sie in den Sozialisierungsinstanzen der Gesellschaft zu lebenstauglichen und gemeinschaftsfähigen Individuen zu erziehen. Fazit: Lesen Sie dieses Buch! Bücher wie diese können vielleicht einen Beitrag dazu leisten, das Ruder noch einmal herumzureißen.

Wo bleibt hier der Respekt vor unseren Kindern? - Der dänische Familientherapeut Jesper Juul sagte einmal: Kinder sind nicht gleichberechtigt, auch nicht gleich, aber gleichwürdig. Das heißt, man muss ihnen mit genauso viel Respekt gegenübertreten wie einem Erwachsenen. Und dieser Respekt beginnt bei der Sprache. Den Begriff Tyrann finde ich hier völlig abwertend und unpassend. Laut Duden bedeutet er doch Gewaltherrscher. Soll das die richtige Bezeichnung für ein weinendes Kleinkind sein?Alle Eltern, die sich trotz dieses Buches von ihrem Bauchgefühl leiten lassen, haben meine vollste Unterstützung! Gewiss mag dieser Weg manchmal anstrengender sein! Aber ist es nicht genauso anstrengend, seine Verbote gegen ein weinendes, jammerndes Kind durchzusetzen, mit dem Ergebnis, dass es irgendwann kein Vertrauen mehr zu seinen Eltern hat? DANN ist dieses Kind ganz sicher ein Fall für die Praxis eines Psychologen.




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